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Workflow 2.0 – Portraitretusche mit Lightroom + Photoshop

Stillstand ist Rückschritt. Die Aussage eines Kollegen vor ein paar Tagen beim Firmenlauf. Und in gewisser Weise hat er Recht! Auch in Sachen Bildbearbeitung ist doch so gut wie jeder von uns stetig bemüht, sich weiter zu entwickeln, oder?

Lightroom oder Photoshop zur Bearbeitung nutzen?

Fragen die sich jeder in der Fotografie einmal stellt: Was ist besser? Was soll ich nutzen? Gibt es das eine Programm, brauche ich beide? Ist Photoshop DAS Programm?

Bisher war meine Aussage immer folgende: Lightroom benutze ich, wenn ich bestehende Pixel verändern möchte. Beispielsweise in ihrer Helligkeit oder Farbe. Photoshop nutze ich, wenn ich bestehende Pixel entfernen, oder neue hinzufügen möchte.

Doch was bedeutet das in der praktischen Umsetzung?

Möchte ich einem Bild beispielsweise nur einen anderen Look hinzufügen, reicht mir das Arbeiten mit Lightroom. Das ist für mich beispielsweise relevant, wenn ich 50, 100 oder mehr Bilder ausgeben möchte. Da wird nicht jedes einzelne bearbeitet. Hierbei handelt es sich oft um eine große Reihe (z.B. bei einem Event), welche nur einen einheitlichen und individuellen Look erhält.

Erstelle ich hingegen ein Artwork beispielsweise in Form eines Plakats, dann brauche ich zwingend Photoshop. Denn nur hier kann ich den Hintergrund austauschen, Texte hinzufügen, Ebenen stapeln etc. Das ist mit Lightroom nicht möglich.

Mittlerweile gibt es für mich jedoch noch eine weitere Ebene mit den Programmen zu arbeiten!

Wie ich künftig mit Lightroom UND Photoshop zusammen arbeite

Ja genau, du hast richtig gelesen. Mittlerweile bin ich dahin gekommen, dass es Aufnahmen gibt die ich sowohl mit Lightroom und auch mit Photoshop bearbeite.

Eine Vorgehensweise die für mich z.B. bei einer kleinen Reihe von Portraitaufnahmen interessant ist. Angenommen aus einem Shooting entstehen 15 finale Aufnahmen einer Person die eine hochwertige Bearbeitung erhalten sollen. So sollen sie selbstverständlich auch einen einheitlichen Look erhalten. Dabei gäbe es folgende Möglichkeiten:

  1. Nur mit Lightroom arbeiten und gerade bei der Retusche auf Details verzichten. Dafür kann der Look jedoch ganz einfach und schnell mittels Synchronisation auf alle Aufnahmen übertragen werden. Sprich – Es wird eine Aufnahme bearbeitet, auf die anderen übertragen und nur noch ein klein wenig angepasst.
  2. Jede Aufnahme einzeln mit Photoshop komplett bearbeiten. Nun bleibt kein Detail aus, was angegangen werden kann. Da allerdings auch der Look jedes mal neu erstellt bzw. übertragen werden muss, kostet das extra Zeit und macht auch die Daten unnötig groß. Auch wenn Speicher nicht mehr viel kostet, braucht das öffnen einer einzelnen Datei länger, ebenso wie die Bearbeitung.

Konzentriere ich mich also nur auf ein Programm, habe ich entweder ein Höchstmaß an Effizienz oder aber an Qualität/Individualität. Doch gerade bei Aufnahmen (keine Artworks) wäre ein Kompromiss aus beidem gut… Doch dafür habe ich für mich eine Lösung gefunden. Nämlich mit beiden Programmen zusammen zu arbeiten! Und wie geht es?

  1. Zunächst wird das Bild in Lightroom geöffnet und erhält eine grundlegende Bearbeitung in so fern, dass die Helligkeit grob den eigenen Vorstellungen entspricht. Verzerrungen entfernt und sonstige Korrekturen der Kamera bzw. des Objektivs vorgenommen werden.
  2. Danach erfolgt die Retusche in Photoshop. Das kann innerhalb von 5 Minuten aber auch mehreren Stunden getan sein. Wie hochwertig diese Bearbeitung ist, kann man für sich selbst festlegen.
  3. Abschließend wird das Bild final wieder in Lightroom bearbeitet und mit einem Look versehen. Dieser kann dann auf weitere Aufnahmen übertragen werden.

Vorteil an der ganzen Sache: Der Look kann jeder Zeit schnell und individuell geändert und auf alle anderen Aufnahmen übertragen werden. Das spart Zeit! Denn so ist bei jeder Aufnahme eine hochwertige Retusche möglich, ohne jedoch auf die Performance zu verzichten, mehrere Aufnahmen in kurzer Zeit abhandeln zu können. Nachfolgend siehst du einmal den Unterschied in der Bearbeitung.

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Bild aus der Kamera / Bearbeitung nur in LR / Bearbeitung in LR + PS

Eine kurze Erläuterung:

  1. Out of Cam: So kam das Bild aus der Kamera 😉
  2. Januar ´18: Da habe ich das Bild lediglich nur in Lightroom bearbeitet. Zwar gab es hier auch eine Retusche, die war jedoch wenig umfangreich. Hier liegt der Fokus eben auf dem Look.
  3. Juli ´18: Hier erfolgte die Retusche in Photoshop. Was sich besonders darin zeigt, dass das Gesicht wesentlich gleichmäßiger und frischer daher kommt. Außerdem ist der anschließende Look in Lightroom noch natürlicher geworden (Vergleich an der Fliege). Dieser lässt sich natürlich nun auf mehrere Aufnahmen übertragen.

Das Bild ist nun nicht grundlegend anders. Hierbei kommt es auf die Details an und diese sind einfach noch einmal aufgewertet.

Wie handhabst du das eigentlich mit der Bearbeitung? Schreib es mal in die Kommentare!

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