warum_fotografieren

Warum eigentlich fotografieren?

In der letzten Zeit habe ich mir mal etwas Gedanken darum gemacht, warum ich eigentlich fotografiere? Was ist der Grund warum wir wieder und wieder auf den Auslöser drücken? Und was ist eigentlich der Ursprungsgedanke von Fotografie?

Die Anfänge der Fotografie

Als es mit der Fotografie im 19. Jahrhundert begann, ging es vor allem darum besondere Momente festzuhalten. Schaut euch mal Fotografien aus der Zeit an. Überwiegend wird man auf Portraits von Einzelpersonen oder auch Familien stoßen. Oder aber natürlich auch Landschaftsaufnahmen bzw. Architektur. Aber eben vor allem Familienportraits oder Ähnliches. Zu der Zeit bedeutete eine einzelne Aufnahme noch sehr viel Mühe und Arbeit und war immer etwas besonderes. Entsprechend hat man sich als Portraitierter darauf vorbereitet.

Und der Gedanke Momente des eigenen Lebens festzuhalten, ist auch nicht erst durch die Fotografie entstanden. Denn schon vor Tausendenden Jahren haben die Menschen Bilder von allen Möglichen Dingen gemalt, die sie beschäftigen. Es ist nicht nicht immer wirklich nachvollziehbar warum wir nun auf den Auslöser der Kamera drücken, es scheint manchmal eher eine Art Instinkt zu sein.

Neben der Tatsache, dass es scheinbar die Zeit anhält, ist die Fotografie oder wie damals auch die Malerei eine Art der Kommunikation mit der man ohne große Worte sehr viel ausdrücken kann. Und Bilder werden oft auch auf anhieb eher verstanden, unabhängig von der Sprache oder der Kultur.

Heutiger Beweggrund zu fotografieren?

Dennoch gibt es ganz unterschiedliche Beweggründe in der heutigen Zeit den Auslöser einer Kamera zu drücken. Dafür habe ich mal ein paar Punkte gesammelt und notiert:

  • Erinnerungen festhalten
  • Gefühle und Emotionen ausdrücken
  • Allgemein Kommunizieren
  • Aufmerksamkeit oder Anerkennung bekommen
  • Geld damit verdienen
  • anderen eine Freude bereiten
  • Selbstverwirklichung in einer Tätigkeit
  • Spaß haben
  • persönliche Weiterentwicklung durch Herausforderung
  • Entspannung
  • und mehr…

Bei mir ging es anfänglich vor allem darum etwas Spaß zu haben und mich von der reichlichen Arbeit zu entspannen. Als sich jedoch nach etwas Zeit gewisse Erfolge eingestellt haben, ging es irgendwann mehr in Richtung des Geschäftlichen. Natürlich haben auch früher irgendwann Künstler angefangen mit ihren Kunstwerken ihren Unterhalt zu verdienen so wie es heute auch Fotografen tun. Und selbstverständlich sollte gute Arbeit auch entsprechend honoriert werden. Aber ob das unbedingt der passende Motivator ist?

Gedanken die ich mir gemacht habe

Einer Person wie mir, die vielleicht eher diszipliniert und rational vorgeht, fällt es vielleicht sogar über eine längere Zeit gar nicht auf in eine Richtung zu gleiten, in die man vielleicht gar nicht will. Als ich mir selbst meine Gedanken zur Fotografie gemacht und mich gefragt habe, wofür ich überhaupt fotografiere, ist mir nach langer Zeit erst einmal aufgefallen wie sehr ich in den eher geschäftlichen Gedanken verharrte.

Doch denke ich mittlerweile, dass es wohl ein viel größeres Geschenk ist, anderen Menschen mit der eigenen Arbeit Freude zu schenken und sich vor allem darauf zu konzentrieren. Das können freudige Momente eines Paars sein, wie ebenso eine gelungene Werbeaktion eines Unternehmens. Das heißt nicht, deswegen alles nur noch kostenfrei anzubieten, sondern sich darauf zu konzentrieren dass die Menschen durch die Arbeit etwas persönliches Glück erfahren.

Denn dazu dient die Fotografie doch überwiegend: Schöne und bewegende Momente festzuhalten. Augenblicke in denen sich Menschen auch wohlfühlen, oder an die sie sich zurücksehnen. Man ist gerade in der Portraitfotografie nah bei den Menschen und vielleicht sogar fast schon ein bisschen ein persönlicher Begleiter. Es klingt fast schon romantisch bis hin zu kitschig, aber trotzdem ist wohl etwas dran.

Genau an diesen Dingen möchte ich für mich mehr arbeiten. Auch überlege ich, ein kleines Projekt zu der Thematik zu machen, um mich mehr darauf einzupendeln. Aber das werde ich mal sehen… Wie stehst du eigentlich zu der Thematik? Schreib es mir doch mal 🙂

Beste Grüße
Mathias

 

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  1. Antworten

    Ein sehr schön geschriebener Text der zum Nachdenken anregt, ich für meinen Teil bin eigentlich erst sehr spät zur Fotografie gekommen, für mich war es vorher das verwenden von Stock Photos um diese dann mit Photoshop zu vollkommen neuen Werken zu verschmelzen (Post Processing). Mittlerweile ist es ein Mix wobei die Fotografie im Moment dominiert. Für mich ist es eine unglaubliche Entspannung, diese ruhigen Momente, gerade zur blauen Stunde oder nachts. Da tanke ich Energie, so bekomme ich den Kopf frei vom Alltag. Im Post-Processing erlebe ich diese Stille dann noch einmal, wenn auch meistens weniger ruhig. Der finanzielle Part spielt für mich keine große Rolle da es „nur“ Hobby ist. Wenn mein Bild in 20 Wohnzimmern hängt ist mir das lieber als in einem Museum. Wobei ich davon unglaublich weit weg bin, momentan eher alles für mich selbst und den Freundeskreis. Ich liebe den Austausch, auch in diversen Facebook Gruppen, beim Fotografieren bin ich dann doch lieber alleine oder in sehr kleinen Rahmen unterwegs. Für mich ist das Fotografieren die Entspannung pur, ein Stück Freiheit.

      • Mathias Beckmann
      • 25. Mai 2017
      Antworten

      Danke dir Sven! 🙂 Also das Absinken in der Arbeit scheint wohl nicht unüblich zu sein. Das habe ich auch schon mal, ob nun in der Fotografie oder innerhalb der Bildbearbeitung mit Lightroom oder Photoshop. Und ich denke auch, wenn man die Sache etwas entspannter angeht, ist man selbst auch bedeutend kreativer. Gerade in Sachen Design oder Fotografie natürlich besonders wichtig 🙂

    • Dieter Brandt
    • 25. Mai 2017
    Antworten

    Den momentanen Ist-Zustand einzufangen, das ist der Grund warum ich fotografiere. Unsere Welt ist so schnelllebig so viel in Bewegung und im Fluss da lohnt es sich Momente einfach festzuhalten. Außerdem gibt es jede Menge Negativmeldungen und Entwicklungen, sodass es sich immer lohnt die Schönen Momente im Leben festzuhalten.

      • Mathias Beckmann
      • 25. Mai 2017
      Antworten

      Dieter, da kann ich dir zustimmen! Und besonders wirksam ist es dann, wenn man seine Bilder auch noch drucken lässt und sie sich immer mal wieder ansieht 🙂

    • Andre Lammrt
    • 24. Mai 2017
    Antworten

    Es entspannt mich, es ist eine ständige Herausforderung, besser zu werden, noch einen Tick schärfer, noch ein bisschen dichter ran. Ich finde es schön, Sachen zu fotografieren und diese anderen zu zeigen, die das vielleicht noch nicht so nahe gesehen haben, oder anders. Oder die gedankenlos vorbei gehen. Und es gibt natürlich ein gutes Gefühl, wenn man merkt, dass die eigene Arbeit anderen auch gefällt Aber in erster Linie mach ich das, weil ich mich selbst antreibe, besser zu werden.

      • Mathias Beckmann
      • 24. Mai 2017
      Antworten

      Diesen Drang stetig besser werden zu wollen und noch mehr herauszuholen kenne ich. Erst heute ist dazu wieder ein neues Buch in meinem Briefkasten gelandet 😀

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