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Selbstständigkeit mit Talfahrt !? | Blog

Für gewöhnlich kommen mittlerweile vor allem Sonntags neue Beiträge online. Aber ich dachte mir, dass es mal wieder Zeit ist für ein Blogbeitrag, der über die aktuelle Situation informiert. Deswegen heute mal außer der Reihe ein paar Infos. Diesmal geht es vor allem um Schwierigkeiten gerade in der Selbstständigkeit. Ein Thema, was nur selten angesprochen wird und wenn, dann oftmals nur wenn es bereits erfolgreich durchstanden ist.

Vorweg sei gesagt, dass ich kein Mittleid erzeugen möchte. Mir ist zudem auch bewusst dass es ein längerer Beitrag ist, sich vermutlich nicht viele dafür interessieren und es vielleicht sogar auch dazu beiträgt sich selbst weniger gut nach außen zu verkaufen.

Es geht für mich nicht nur darum „irgendein Unternehmen“ aufzubauen und „irgendwelche Produkte an irgendjemanden“ zu verkaufen. So wie ich selbst persönlich hinter all dem stehen möchte ist es mir genau so wichtig, mit anderen im persönlichen Austausch zu sein. Und dazu gehört eben auch eine gewisse Offenheit und Ehrlichkeit. Sogenannte „Misserfolge“ oder auch Schwierigkeiten gehören ganz normal zum Leben. Sie prägen und tragen sehr dazu bei, Neues zu lernen oder umzusetzen. Mit diesem Beitrag hoffe ich dem ein oder anderen helfen zu können, der sich vielleicht auch in so einer oder ähnlichen Situation befindet.

Soll das mein Job sein?

In der letzten Zeit ist nicht so viel passiert, was verschiedene Gründe hat,  auf die ich eingehen möchte.

Um die Situation besser zu verstehen eine kurze Erläuterung: Ursprünglich komme ich beruflich gesehen aus einer anderen Branche und bin vor ein paar Jahren als Quereinsteiger auf die Fotografie gekommen. Mit der Selbstständigkeit habe ich in diesem Bereich Ende 2014 begonnen und mich stetig weiter entwickelt. Ich wuchs und jedes Jahr gab es etwas mehr Umsatz. Allerdings lief das alles nebenher, als nebenberufliche Selbstständigkeit (ist sehr zu empfehlen, es auf dem Weg zu machen!).

Im letzten Jahr 2016 ergab es sich aus einer Situation heraus in den Hauptberuf überzugehen und meine bisherige Branche zu verlassen. Eigentlich wäre ich den Schritt nicht gegangen, aber ich hatte gerade die Möglichkeit und zudem hat man mich auch dazu ermutigt, daher wollte ich es einfach probieren. Das nötige Fundament war dazu nicht da, weswegen ich schon nach wenigen Monaten ein gewisses finanzielles Polster aufgebraucht habe.

Trotz steigender Umsätze reichte es noch lange nicht um davon leben zu können. Geschweige denn, dass es derzeit so richtig glücklich macht. Ein Nebenjob musste her. Gefunden habe ich ihn in einem Bereich der vor allem körperlich sehr belastet. Nun versteht mich nicht falsch, das Arbeiten bin ich sicherlich gewöhnt. In Spitzenzeiten habe ich teilweise 25-30 Std. am Stück gearbeitet. Dennoch beansprucht so ein Job schon sehr und von daher gibt es manchmal Tage an denen ich so Müde bin, dass ich es einfach nicht mehr gescheit schaffe noch etwas darüber hinaus zu tun.

Als ob das noch nicht reichen würde…

Nun ist es schon schwierig genug an manchen Tagen die nötige Kraft zur Arbeit an der Selbstständigkeit zu finden. Doch darüber hinaus fehlt mir auch manchmal der Blick für den eigentlichen Weg. Schon so viele Jahre arbeite ich daran vorwärts zu kommen und vielleicht auch etwas zu erreichen, doch es klappt nie wirklich. So viel Kraft, Mühe und Verzicht – doch wofür?

Gerade in solchen Zeiten stellt sich mir manchmal die Frage nach dem Sinn des Ganzen. Ist es das alles überhaupt wert? Und mindestens genau so wichtig: Was ist überhaupt mein Weg?

Ich bewundere manchmal die Menschen wie sie scheinbar mit Leichtigkeit und Leidenschaft ihren Weg gehen und mir fällt es so viel schwerer, es ist so vieles so viel unklarer. Nicht voran zu kommen weil man nicht einmal weiß wohin die Reise geht zzgl. weiterer Dinge drumherum ist sehr erschöpfend. Einen weiteren Fehler den ich sicherlich begangen habe ist: Mich einzuigeln, da es nach jahrelanger Arbeit immer noch nicht möglich ist davon zu leben, weil es wie ein „Scheitern“ wirkt. Und dadurch wohl im laufe der Monate oder vielleicht sogar Jahre weniger Zeit mit mir und meinen Mitmenschen zu verbringen.

Zu einer Selbstständigkeit gehört ein gewisses Maß an Einsatz und Aufopferung. Alles hat seinen Preis! Doch vielleicht war der Einsatz an manchen Tagen nicht unbedingt angemessen.

Eingeschränkte Mobilität kann sehr hinderlich sein

Es scheint wohl nicht zu reichen, berufliche Herausforderungen zu haben. Denn bereits vor ein paar Wochen hat sich der Motor meines aktuellen Autos völlig verabschiedet. Damit ich zumindest ein klein wenig mobil bin, wurde mir sehr kurzfristig ein Fahrrad geliehen. Danke an der Stelle! Doch nicht selten war ich trotzdem auch mal zu Fuß unterwegs. Und wie es manchmal kommen muss, hat mich auch der ein oder andere ordentliche Regenschutt erwischt. Von einem gemütlichen Auto hin zu einem Fußmarsch im kalten Regen.

Termine oder Aufgaben lassen sich schwieriger bis gar nicht wahrnehmen. Natürlich könnte man manches mit öffentlichen Verkehrsmitteln abdecken, aber mal abgesehen von manchen nicht wirklich guten Verbindungen wird es spätestens dann schwierig wenn ich fotografisches Equipment transportieren möchte.

Doch vor einigen Tagen habe ich dann endlich wieder ein Auto gekauft! Nach dem ich meine Zusage gab und ein paar Daten für den Kaufvertrag übermittelte hörte ich erst einmal 1-2 Tage lang nichts. Dann habe ich erfahren, dass das Auto einfach an jemanden anderes für läppische 100€ mehr verkauft wurde. Zudem muss ich diese Woche auch noch das geliehene Fahrrad abgeben (Ich bin trotzdem dankbar für die Hilfe!). Aber nun steht man ohne Auto und ohne Fahrrad da.

Allerdings sorgt diese Art von „Zwangsruhe“ auch dafür, dass man etwas zum nachdenken kommt. Denn dem alltäglichen Stress kann man ja sonst nicht wirklich entgehen. Das ist tatsächlich ein gewisser Vorteil. Und scheinbar werden mir dafür sogar mehrere Wochen gegeben.

Aber was nun?

Also letztlich ist es nun so, ich arbeite an einer Selbstständigkeit aber weiß nicht genau in welche Richtung es genau gehen soll. Zudem beansprucht mich ein Nebenjob manchmal so sehr dass ich nur wenig drumherum gemacht bekomme. Außerdem sorgt eine eingeschränkte Mobilität dafür, manche Dinge nur schlecht bis gar nicht wahrnehmen bzw. umsetzen zu können. Es fühlt sich an wie ein Hamsterrad mit dem ich überhaupt gar nicht glücklich bin.

Was macht man in so einer Situation? Den Kopf in den Sand stecken ist natürlich keine Lösung. Zunächst einmal ist es für mich wichtig mir bewusst zu machen dass es einen passenden Weg geben wird und ich weder hoffnungslos noch allein bin. Zumal viele Dinge, nüchtern betrachtet, oft gar nicht so schlimm sind wie sie scheinen. Im Grund geht es mir ja trotzdem noch recht gut und diese Dankbarkeit sollte man auch haben! Aber nun zu den genannten Problemen.

Für den Nebenjob gibt es zwei simple Lösungen: 1. man sucht nach einem Plan B oder 2. wird die aktuelle Situation einfach durchgestanden bis man die Selbstständigkeit weiter voran bringen konnte. Das geht jedoch nur, wenn man genauer weiß wofür man kämpft.

Bei der selbstständigen Tätigkeit ist es schon etwas schwieriger. Aber es sei mal so viel gesagt, dass ich mir bereits Gedanken darüber gemacht habe und daran arbeiten werde. Doch dazu vielleicht später mehr. Und ein passendes Auto zu finden wird sicher auch noch machbar sein. Das ist ja mehr auch eine gewisse Frage der Geduld.

Man kann an vielem arbeiten, sich für vieles Einsetzen und vielleicht auch einen hohen Preis für einen augenscheinlichen Erfolg zahlen. Doch was ist das im Vergleich dazu, zu erkennen bzw. zu wissen dass man Menschen um sich herum hat, die mehr Wert sind als alles drumherum?

Was lerne ich aus solchen Situationen: Mir bewusst darüber zu werden wo mein Weg tatsächlich liegt und diesen auch zu gehen. Zu investieren um zu wachsen, mir aber bewusst um den Preis der Investition sein. Außerdem ist nicht alles immer so wie es zunächst scheint. Sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren ist wohl einer der Schlüssel fürs Leben.

Ich wünsche dir viel Kraft, Mut und Gelingen!

Also dann, macht´s gut!
Mathias

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