scharfe_bilder_f

SCHARFE BILDER IN DER FOTOGRAFIE

Knackscharf oder auch Rasiermesserscharf heißt es bei Bildern. In einem Video kann schon mal über eine durchschnittliche Bildqualitätqualität hinweggesehen werden, wenn der Ton dafür wirklich gut ist. Bei Fotografien ist das schon anders. Wenn der Fokus nicht sitzt oder das Bild allgemein unscharf ist, bringt oft die beste Bildidee nichts. Gerade für Profifotografen ist die Schärfe erst einmal eines der wichtigsten Dinge eines Bildes. Doch wie bekommen wir nun schon beim fotografieren scharfe Bilder? Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die im einzelnen nicht immer eine starke Auswirkung haben, aber in Kombination oft eine große Wirkung mit sich bringen.

1. Ein Stativ – Ein sicherer Stand für die Kamera

Jede Bewegung der Kamera trägt zu einer minimalen oder manchmal auch sehr starken Unschärfe im Bild bei. Schlichtweg das Bild verwackelt. Um das sogenannte Verwackeln im Bild zu vermeiden bzw. zu reduzieren, gibt es eine einfache Lösung, nämlich die Verwendung eines Stativs. Es gibt dabei eine große Bandbreite an Stativen. Welches für deinen Zweck am günstigsten ist, kann ich dir leider so nicht sagen. Doch ist jedes Stativ, egal ob günstig oder teuer, aus Aluminium oder Carbon, immer noch besser als aus der Hand zu fotografieren. Zumindest wenn es darum geht, Verwacklungen zu vermeiden.

2. Fernauslöser – Kabel oder Funk ist beides möglich

Auch durch das Auslösen am Knopf der Kamera gerät die Kamera selbst in Bewegung, sogar wenn man versucht ganz vorsichtig auszulösen. Eine Hilfe kann dabei der Fernauslöser sein. Diese gibt es entweder Kabelgebunden oder als Funkauslöser. Die Kabelauslöser sind in der Regel günstiger, haben aber immer noch ein kleines „Restrisiko“. Denn auch am Kabel gibt es unter Umständen kleine Bewegungen die auf die Kamera übertragen werden können, wenn beispielsweise das Kabel bewegt wird. Wer also die Kamera gar nicht mehr berühren muss, liegt im Vorteil. Dazu können dann Funkauslöser verwendet werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Auslöser auch zur Kamera passen. Denn meistens sind die Anschlüsse der Kamerahersteller unterschiedlich und demnach auch die Auslöser.

3. Spiegelvorauslösung – Im Voraus gedacht

Man meint es im ersten Moment nicht, aber selbst die Auslösung die in der Kamera durch den heruntergeklappten Spiegel geschieht, bringt die Kamera in minimale Schwingungen. Und diese Schwingungen können auch für eine ganz feine Unschärfe sorgen. Wer also einmal im Menü der Kamera die Spiegelvorauslösung einschaltet, sorgt dafür dass bereits vor dem eigentlichen Bild der Spiegel herunter geklappt wird, die Vibrationen abklingen können und erst bei der zweiten Auslösung das Bild tatsächlich aufgenommen wird. Wie diese Einstellung funktioniert ist auch von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich und sollte im Handbuch nachgelesen werden.

4. Bildstabilisierung ausschalten – Es wirkt widersprüchlich

Es gibt Objektive für Kameras die haben einen Bildstabilisator mit an Board. Der sorgt dafür, wenn Bilder aus der Hand aufgenommen werden, das Verwacklungen reduziert werden. Das ermöglicht auch bei schlechteren Lichtverhältnissen auch noch aus der Hand fotografieren zu können. Wenn wir jedoch die Kamera auf dem Stativ haben und es eigentlich so gut wie keine Verwacklungen mehr gibt, versucht dieser Bildstabilisator dennoch Verwacklungen zu errechnen und diese zu korrigieren. Demnach wird dort etwas korrigiert wo nichts zu korrigieren ist und es entsteht eine Unschärfe. Also den Bildstabilisator ausschalten! Bei Canon nennt sich dies IS = Image Stabilisation und bei Nikon VR = Vibration Reduction.

5. Die richtige Blende – Das Objektiv ist nicht überall gleich gut

Bei einem Objektiv ist es ähnlich wie bei einem Marathonläufer: Wenn der Läufer immer mit höchster Geschwindigkeit läuft, die er laufen kann, wird er niemals seine besten Ergebnisse erzielen, da er zu früh schlapp macht. Auch das Objektiv liefert nie die besten Ergebnisse, wenn man es maximal ausreizt. Wenn man beispielsweise ein Objektiv mit 50mm Brennweite und einer Maximalblende von f1.8 verwendet und auch mit einer Blende von f1.8 fotografiert, bewegt man sich damit am Grenzbereich. Das liegt einfach an der Art und Weise wie ein Objektiv gemacht ist. Bei einer Blende von f2.8 oder f4.0 werden Bilder bedeutend schärfer aussehen. Welches jedoch die beste Blende für das Objektiv ist, ist ganz unterschiedlich und lässt sich wohl am besten durch Probieren herausfinden.

Bild im Vergleich

schaerfevergleich

In diesem Bild siehst du links eine simple Aufnahme aus der Hand. Fokussiert wurde auf die Ziffer „25“. Im rechten Bild wurde mit einem Stativ, der Funkfernauslösung, der Spiegelvorauslösung und einer geschlosseneren Blende gearbeitet. Man erkennt deutlich, dass das rechte Bild merkbar schärfer wirkt. Sicherlich bekommt man auch freihand schärferer Bilder hin, aber nicht zwingend beim ersten Versuch wie hier.

Diese Liste ist nicht abschließend, natürlich gibt es noch weitere Faktoren die für schärfere Bilder oder zumindest für bessere Bildqualität sorgen. Aber je mehr du schon von diesen 5 Möglichkeiten umsetzt, um so besser werden garantiert auch die Aufnahmen. Ganz klar ist natürlich auch, dass nicht immer alle diese Tipps angewandt werden können, aber das erklärt sich wohl von selbst!

Mich würde ja mal interessieren, wie eure Ergebnisse aussehen, wenn ihr diese Tipps anwendet. Postet es doch gern einmal auf der Facebook-Seite und teilt es mit der Community 🙂

Also dann, macht´s gut!
Mathias

Ebenfalls interessante Beiträge
UNSCHÄRFE WEGEN VERWACKLUNG VERMEIDEN Ein unsicherer Halt der Kamera führt beim Fotografieren schnell zur sogenannten Verwacklungsunschärfe. Dies hat zur Folge, dass Bilder unscharf ausseh...
PRESET ERSTELLEN IN LIGHTROOM Du hast eine grobe Vorstellung wie ein Bild bearbeitet werden soll, vielleicht sogar einen eigenen Stil aber wiederholst bei jedem Bild immer wieder n...
ALLES IST SCHNELLER + SCHÖNER + SCHLANKER Noch vor 2 Wochen hätte ich nicht mal daran gedacht dieses Projekt umzusetzen und nun war ich die letzten Tage voller Vorfreude diesen ersten Beitrag ...
PLANUNG IST DIE HALBE MIETE | VLOG Ein neuer Tag bricht an, man lebt hinein und wundert sich plötzlich dass er fast schon um ist obwohl man doch eigentlich kaum etwas geschafft hat. Das...

Schreibe einen Kommentar

  1. Antworten

    Was man evtl. noch ergänzen könnte: Wenn man keinen Funk- oder Kabelauslöser hat, kann man auch einfach den Selbstauslöser der Kamera benutzen.

    Sonst natürlich alles richtig!

      • Mathias Beckmann
      • 3. Juni 2016
      Antworten

      Das ist natürlich auch eine Möglichkeit! Danke 🙂

NEWSLETTER

Klar möchte ich per Mail über neue Beiträge und weitere Neuigkeiten informiert werden!

FACEBOOK-GRUPPE

Lass uns gemeinsam über die Fotografie, Lightroom und Photoshop austauschen und gemeinsam lernen!

AKTUELLSTER BEITRAG

SOCIAL MEDIA