Ich brauche eine bessere Kamera! Oder?

Gerade in der ersten Zeit der Fotografie beschäftigen sich viele mit Frage, welche Kamera man nutzen soll. Die Auswahl ist groß und man möchte am liebsten immer das Beste! Doch ist das auch immer das Richtige?

Quiz zu Beginn

Nachfolgend wirst du insgesamt 6 verschiedene Bilder sehen. Ich bitte dich, dir einmal zu überlegen mit welcher Kamera ggf. auch mit was für einem Objektiv diese Bilder aufgenommen worden sind. Nimm dir ruhig Zeit, wenn nötig. Kleiner Tipp am Rande: Ich nutze Kameras und Objektive ausschließlich von Canon. Also los:

dortmund_hoerde_beckmann blume_krokus_beckmann österreich_beckmann freudenberg_beckmann freudenberger_wald_beckmann freudenberg_industriegebiet_beckmann

Und hast du dir überlegt mit welcher Kamera bzw. mit welchem Objektiv die Bilder jeweils gemacht worden sind?

Auflösung: Alle Bilder sind durchweg mit der Canon 600D und dem Kitobjektiv 18-55mm entstanden! (Mehr Infos zur Kamera: Amazon-Link)

Ein Fahranfänger fährt auch keinen Porsche

Angenommen ein Freund kommt zu dir, der gerade seinen Führerschein gemacht hat. Er fragt dich, welches zu Anfang ein gutes Auto für ihn sein könnte. Würdest du ihm gleich einen Porsche oder alternativ Ferrari, Lamborghini etc. empfehlen? Natürlich nicht! Und wieso?

Zum einen ist es viel zu teuer und vor allem kann dieser Freund noch gar nicht damit umgehen! Nur weil er gerade den Führerschein hat, heißt das nicht dass er gleich mit mehreren hundert PS umgehen kann. Anfangs wählt man ein Auto mit dem man sich erst einmal eingewöhnen kann. Wenn man mal ein paar kleine Fehler macht, ist das nicht ganz so schlimm. Später gibt es dann das passende in schick!

Genau so sollte es auch bei der Kamerawahl sein. Man darf ruhig mit einer „kleineren“ Kamera beginnen und das ist sogar gut so. Denn weniger Möglichkeiten überfordern auch nicht so sehr. Dann lernt man den Umgang mit dem Gerät und erkennt so langsam worauf es ankommt. Später kann man sich genau die Kamera mit dem dazugehörigen Objektiv kaufen, was am besten zum eigenen Stil und den angenommenen Motiven passt.

Benjamin Jaworskyi hat einmal selbst vor ein paar Jahren erzählt, dass er sehr schnell von einer kleinen Kamera auf ein Profi-Modell gewechselt hat. Doch es hat mehr Probleme als Freude mit sich gebracht. Schon bald ging er wieder auf die kleinere Kamera und hat damit so lange fotografiert bis er viel besser war und genauer wusste was er überhaupt wollte und brauchte. Genau so habe ich es auch gemacht und so würde ich es dir auch empfehlen.

Die Kamera ist nur das zweitwichtigste

Wer sich die Bilder zuvor angesehen hat, wird festgestellt haben dass gar keine Portrait Aufnahmen dabei sind, wobei das doch mein persönliches Gebiet ist. Warum eigentlich? Bei der Bildauswahl habe ich darauf geachtet, das alle Bilder mit der gleichen Kamera + dem selben Objektiv aufgenommen wurden.

Für die Portrait-Fotografie habe ich mir schon recht früh ein anderes bzw. besseres Objektiv zugelegt um andere Möglichkeiten zu haben. Das passende Objektiv ist eben noch wichtiger als eine teure Kamera. Deswegen habe ich mich für eine Festbrennweite mit einer starken Offenblende entschieden. Zunächst für das Canon EF 50mm 1.8 II (Amazon-Link) und mittlerweile dann das Canon EF 50mm 1.8 STM (Amazon-Link). Beide haben ihre Vor- und Nachteile – Aber für qualitative TechReviews gibt es andere Kanäle 😉

Fazit

Die Verlockung ist Groß sich möglichst schnell eine bessere Kamera mit viel technischem Schnick-Schnack zu kaufen. Aber gönn dir die Zeit und sammel viel Erfahrung mit angemessener Technik. Bekomme ein Gefühl dafür was du kannst, was du willst und was du brauchst. Und wenn du dann irgendwann wirklich so weit bist, kaufst du dir das was wirklich passt und haust richtig was raus! 🙂

Wie stehst du eigentlich zu dem Thema oder wie war dein Werdegang? Schreib es doch mal in die Kommentare.

Also dann, macht´s gut!
Mathias

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    • Klaus
    • 11. Mai 2016
    Antworten

    Du hast ja so recht!
    Ich bin mit meiner Lumix FZ200 zufrieden und habe derzeit nicht das geringste Bedürfnis nach einer „besseren“ Kamera

      • Mathias Beckmann
      • 11. Mai 2016
      Antworten

      Danke Klaus, das freut mich zu wissen! 🙂
      Grüße
      Mathias

  1. Antworten

    Hallo Mathias,
    Toller Artikel!
    Du hast vollkommen recht.
    @Tobias: Was nützt es mir wenn ich mir eine Profikamera Kaufe z.B. eine Nikon D750 mit Vollformat, wenn ich anschließend feststelle das ich Wildlife oder Makrofotografie betreiben will?
    Wenn ich Nah an das Motiv ran muss bin ich halt mit eine APS-C oder eine micro four thirds (Macro) besser bedient.
    Mit einer Einsteigerkamera kann man erst mal testen was man braucht bzw. was man Fotografieren möchte.

    Liebe Grüße
    Carsten

      • Mathias Beckmann
      • 11. Mai 2016
      Antworten

      Hallo Carsten,
      vielen Dank! 🙂
      Grüße, Mathias

    • Tobias
    • 10. Mai 2016
    Antworten

    Hallo Mathias.

    Ich kann dir im großen und ganzen recht geben. Aber macht es einen unterschied ob ich auf einer EOS 1300D, 750D, 70D oder 7D anfange? Mit jeder Kamera kann ein Anfänger umgehen. Da sogar die 7D nen Automatik Modus hat und da im großen und ganzen doch die Fotografie in jeder Kiste gleich abläuft. Wieso soll nicht jemand der in die DSLR Fotografie einsteigt direkt sich was ordentliches holen.

    Das natürlich eine 7D mehr features hat ist wohl klar, aber schwieriger damit Fotos zu machen ist es wirklich nicht. Man kann auch in einer 1300D alles verstellen das nur noch mist raus kommt.

    Auch gebe ich dir recht, das nicht nur alleine eine Teure Kamera gute Bilder macht. Das absolut wichtigste sind wirklich die Scherben die man sich vor die Kamera schnallt. Und da soll wirklich nicht gespart werden.

    Daher danke ich dir für deine schöne seite und deinen Tips für schöne Bilder.

    MfG Tobi

      • Mathias Beckmann
      • 11. Mai 2016
      Antworten

      Hallo Tobias,
      danke für deine Meinung. Natürlich kann man sich gleich eine hochwertige Kamera kaufen. Doch sehe ich die Herausforderung darin, neben der Tatsache sie nicht bedienen zu können, dass man Gefahr läuft, sich etwas zu kaufen bei dem man später feststellt das man vielleicht etwas anderes besser hätte gebrauchen können. Nur ohne wirkliches Wissen lässt sich das nicht beurteilen.
      Beispielsweise ist eine Canon 5DS R nicht automatisch besser als eine 5D Mk3, weil sie aktueller und teurer ist. Jede Kamera ist anders und hat andere Eigenarten. Die Fähigkeit zu beurteilen was man wirklich braucht und was nicht, auch im Bereich der Objektive, kommt eben erst später. Mit einem Kamerakauf geht ja auch ein Objektivkauf einher. Und gerade am Anfang weiß man noch gar nicht genau was man da braucht.
      Einmal habe ich auch ein Objektiv gekauft, von dem ich in meiner Unwissenheit zu Anfang meinte, ich bräuchte das. Dem war leider nicht so. Nur sind bei den APS-C Kameras die Objektive teilweise etwas günstiger, was den Fehlkauf nicht ganz so schmerzhaft gestaltet.
      Grüße
      Mathias

        • Tobias
        • 12. Mai 2016
        Antworten

        Hallo alles zusammen.

        Natürlich muss es nicht immer direkt Vollformat sein. Habe ich ja auch nicht erwähnt.

        Aber es muss nicht immer billig sein. Ich wurde immer einer Nikon D3300 eine Nikon D5500 vorziehen. Genauso wurde ich bei Canon erst ab der 3 stelligen Kamera anfangen nicht auf die 1000er Serie zu gehen. Da für mich auch da als Anfänger gespart wird.

        Aber es muss ja nicht immer Teuer sein. Zum Beispiel gibt es mehr als genug tolle gebrauchte Kameras auf dem Markt. Da gibt es immer noch die sehr gute D5100. Schlägt sogar von der Bildqualität die EOS 750/760D und auch D3300 um Welten!

        Aber jedem das seine und man kann natürlich hier noch lange über das Thema quatschen. Jeder hat in dem Thema seine eigene Meinung und das ist auch gut so.

        Daher wünsche ich euch allen immer gut Licht 🙂

  2. Antworten

    Diesen Post sollten sich viele mal anschauen!

    LG Christine

      • Mathias Beckmann
      • 10. Mai 2016
      Antworten

      Hallo Christine,
      vielen Dank! Genau das ist das Ziel was du beschreibst 🙂
      LG
      Mathias

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