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5 Tipps für das erste Portrait-Shooting | Fotografie

Irgendwann kommt einmal der Zeitpunkt an dem man nicht mehr nur Landschaften, Architektur oder Ähnliches fotografieren möchte, sondern Personen, also Portarit-Shooting. Und das nicht nur beiläufig bei einem Event, sondern ganz gezielt eine Person bei einem dafür ausgemachten Shooting.Um sich das etwas zu vereinfachen und die Erfolgschancen zu erhöhen, gibt ein paar Dinge die man beachten sollte.

1. Die Shooting Grundidee

Natürlich kann man sich spontan mit jemandem treffen und einfach mal um die Häuser ziehen und schauen wo sich irgendwelche Bilder ergeben könnten. Aber man wird feststellen, dass wenn man das so macht, dass es unglaublicher Stress werden kann. Denn letztlich weiß man gar nicht genau was man machen soll und probiert hier und da irgendwelche Ergebnisse herbeizuführen. Man probiert und probiert und das ist unglaublich anstrengend.

Von daher ist mein Tipp: Mache dir Gedanken in was für einer Richtung du grob Aufnehmen möchtest. Wähle dir ein Thema! Man kann sich z.B. das Thema “Frühling” wählen (geht natürlich im Winter schwieriger 😉 ). Das bedeutet dass die Winterkleidung wegkommt, es gibt leichtere und lockere Kleidung und man trägt etwas wärmere und schönere sowie hellere Farben. Das lässt sich draußen umsetzen und man kann gut auch die Natur wie Blumen oder Bäume mit einbeziehen. Es kann etwas fröhliches und frisches sein. Und damit hat man schon mal einen groben Rahmen, wie das Shooting aussehen kann. Anhand dessen kann man dann gezielt nach Plätzen Ausschau halten, wo man dann so ein Shooting durchführen möchte.

Es wirkt ja auch ganz anders wenn man zu einem “Wunsch-Model” geht und sagt, dass man schon eine grobe Idee für ein Shooting hat, wie diese aussieht und fragt ob die Person mit im Boot wäre. Das Model kann dann auch für sich viel besser entscheiden ob das passt!

2. Die passende Person

Gerade im Rahmen von Facebook & Co. kann man natürlich im Netz einfach eine Anfrage für ein Shooting einstellen und hoffen dass sich irgendjemand darauf meldet mit dem man etwas machen kann, ggf. sogar jemand Fremdes. Das ist allerdings nicht zu empfehlen. Zumindest nicht unbedingt für das erste Shooting.

Suche dir lieber einen Freund oder eine Freundin, bei der du weißt dass du locker sein kannst. Wo du sagen kannst, dass du gern ein Shooting machen möchtest, aber auch offen sagen kannst dass das deine ersten Schritte sind und du üben möchtest und wo es nicht so schlimm wäre, wenn man ein paar Bilder nicht so gut werden würden. Also jemandem wo eine Vertrauensbasis vorhanden ist.

Suche dir also gezielt jemanden aus und sprich offen darüber und dann wird das Shooting auch nicht zu angespannt laufen.

3. Spaß haben

Es soll gerade in einem der ersten Shootings nicht darum gehen wie verbissen die perfektesten Bilder zu erzielen mit dem Anspruch gleich der beste Fotograf zu sein. Wichtiger ist einfach mal was auszuprobieren und die Sache überhaupt mal anzugehen. Und vor allem, habt Spaß dabei!

Das ist nicht nur schöner für den Fotografen, sondern wenn ein Shooting lustig und entspannt ist, wirkt sich das auch auf die fotografierte Person aus. Die Stimmung wird allgemein lockerer und entspannter und es kommen zum einen ganz andere Bilder dabei heraus und zum anderen wird das Shooting selbst auch viel positiver wahrgenommen.

4. Kameraeinstellungen

Vorweg kann man sagen dass es nicht die ultimative Einstellung gibt, die immer gilt und grundsätzlich immer für einigermaßen gute Fotos sorgt. Es ist natürlich ein Unterschied ob ich jemanden draußen im Schnee oder Nachts im Parkhaus fotografiere. Von daher erfordert das auch ganz unterschiedliche Einstellungen.

Aber dennoch gibt es ein paar Sachen die man berücksichtigen kann, damit es möglichst einfach bleibt:

Objektiv: Gerade bei den gängigen Einstiegskameras gibt es schon für kleines Geld, teils um die 100€, brauchbare Objektive mit einer Brennweite von 50mm. Das entspricht auch grob dem Sehfeld des Menschen, was somit das Bild auch gleich etwas harmonischer und natürlicher wirken lässt.

Bildformat: Zudem wirkt das Querformat natürlicher weil es ebenfalls etwa dem eigenen Sichtfeld entspricht. Natürlich kann man auch das Hochformat zum fotografieren wählen, jedoch ist dabei wieder der Bildaufbau eine andere Herausforderung.

Blende: Eine nicht zu offene Blende (hoher Blendenwert z.B. f5.6) wählen um einen möglichst großen Bereich im Bild scharf zu bekommen. Das ist Anfangs zwar nicht der schönste Look, sorgt aber für deutlich mehr scharfe Bilder. Denn was bringt ein schöner Look, wenn das Bild grundsätzlich nicht zu gebrauchen ist weil es unscharf geworden ist? Und wenn man ein passendes Objektiv hat, kann man sich auch langsam an Werte wie eine Blende f4 oder f2.8 wagen. Es ist nicht unbedingt notwendig mit offener Blende (kleinem Blendenwert), zu fotografieren. Jedoch macht es das Bild oftmals etwas attraktiver.

Verschlusszeit: Die sollte möglichst eher kurz sein, um Unschärfe durch Verwacklung zu vermeiden. Denn der Fotograf sowie das Model bewegen sich immer wieder leicht, auch wenn sie meinen dass sie stillstehen. Es gibt da eine grobe Faustformel die besagt, dass man den Kehrwert der Brennweite als Verschlusszeit nimmt. Das wäre bei 50mm Brennweite eine Verschlusszeit von 1/50 und bestenfalls nimmt man sogar den Wert x2 und erhält in dem Beispiel eine Verschlusszeit von 1/100 Sekunde. Damit sollte man in den meisten Fällen auf der sicheren Seite sein.

Selbstverständlich gibt es nicht „die“ optimale Einstellung um gute Bilder zu machen. Letztlich muss man natürlich auch immer schauen, dass es zur aktuellen Situation passt. Aber das können Werte sein, die einem unterwegs schon mal etwas weiterhelfen können. Und anhand dessen man sich durch etwas probieren und verändern an sein gewünschtes Ergebnis bewegt.

5. Ausprobieren

Sobald man die ersten grundlegenden Dinge intus hat, dann einfach mal herumprobieren und experimentieren. Dann kann man auch das Bildformat wechseln, die Kamera einfach mal schief halten, andere Einstellungen ausprobieren. Mal etwas zu dunkel oder auch mal zu hell fotografieren. Aufnahmen mal gegen das Licht und mal mit dem Licht machen.

Vor allem eben machen, machen, machen und Spaß dabei haben! Denn gerade dadurch lernt man viele neue Dinge. Und selbst wenn man so ein Shooting so überhaupt gar nicht funktionieren sollte und der größte Teil der Bilder nichts geworden sind, ist das in Ordnung.

Und selbst wenn alles schiefgegangen ist und überhaupt nichts aus dem Shooting geworden ist, gibt es immer noch 2 Punkte, warum es sich immer noch gelohnt hat: Du hast es überhaupt mal gemacht! Ein großer und wichtiger Schritt. Und auch wenn gar nichts daraus geworden ist, weißt du hinterher wie du es beim nächsten mal besser machen kannst und hast so oder so daraus gelernt.

Somit kannst du eigentlich nur als Gewinner aus der Sache herausgehen. Von daher, trau dich und gehe sowas einfach mal an, denn es ist nicht so schlimm wie man Anfangs vielleicht denken mag 😉

Ansonsten würde es mich freuen wenn du mal eines der Bilder deines ersten Shootings in die Kommentare posten würdest. Bin mal gespannt 🙂 Hier mal ein paar Bilder von meinem allerersten Shooting. An der Stelle noch mal danke Lisa! 🙂

Also dann, macht´s gut! Mathias

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    • Bela
    • 10. März 2017
    Antworten

    Hallo Mathias,
    ich denke, die Tipps helfen gerade Anfängern gut weiter. Ich kann mich noch gut an mein erstes Porträtshooting erinnern. Es war toll, aber ich war so megaaufgeregt und nervös….
    Danke für den Blogeintrag. Auf meiner Website sind einige Fotos der ersten Shootings, habe im Oktober erst angefangen, sozusagen noch richtiger Anfänger. Viele Grüße, Bela

      • Mathias Beckmann
      • 10. März 2017
      Antworten

      Hallo Bela,

      danke für dein Feedback 🙂 Kann ich vollkommen nachvollziehen, es ging mir ähnlich. Und das lustige war, dass es sogar beim ersten Shooting zu einem Missverständnis bezüglich der Location gab. Naja passiert 😀

      Grüße, Mathias

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