TN_blog_5_arten_objektive_fotografie

5 Arten von Objektiven | Fotografie

Es ist vermutlich eine Binsenweisheit, dass technisch das wichtigste für ein Bild nicht die Kamera, sondern das Objektiv ist. Und je nachdem welchen Kamerahersteller man nutzt, kann es sein dass eine riesige Bandbreite an verschiedenen Objektiven zur Verfügung steht. Doch welches Objektiv ist eigentlich wofür gut?

Grundsätzliche Unterscheidung

Ganz allgemein betrachtet, gibt es erst einmal 2 verschiedene Sorten von Objektiven mit ihren Vor- und Nachteilen, die es zu unterscheiden gilt:

Festbrennweite

Dies ist ein Objektiv welches nur eine einzige Brennweite hat, die sich nicht verstellen lässt, wie z.B. 35mm, 50mm, oder 85mm. Die Produktion solcher Objektive ist oftmals etwas einfacher, da weniger Linsen zur Darstellung benötigt werden, was dazu führt dass auch die Abbildungsqualität in vielen (aber nicht allen!) Fällen besser ist gegenüber Zoomobjektiven. Außerdem ist durch die einfachere Bauweise so ein Objektiv oftmals vom Gewicht etwas leichter und sie sind nicht selten auch Lichtstärker. So können sie also eine weiter geöffnete Maximalblende von z.B. f/1.8 oder f/1.2 haben.

Zwar hat es den scheinbaren Nachteil, dass man statt zu zoomen immer hin und her laufen muss. Das schult jedoch den fotografischen Blick für ein Bild und wird mit einer guten Bildqualität entschädigt. Zumal ein und das selbe Motiv unterschiedlich aussieht, ob ich nun mit einer Festbrennweite näher heran gehe oder einfach heran zoome. Das beachten viele nicht!

Zoomobjektiv

Der Klassiker der auch oft bei einer neuen Kamera mitgeliefert wird ist ein Zoomobjektiv. Eine gewisse Brennweite von z.B. 18-55mm wird mit dem Objektiv abgedeckt. Also kann man mit einem Dreh am Objektiv den Bildwinkel mit dem aufgenommen wird, deutlich verändern. Man ist flexibler, was gerade unterwegs oder bei Veranstaltungen interessant sein kann.

Aber dennoch möchte ich noch einmal erwähnen, dass die Brennweite nicht als typischer Zoom zu sehen ist, wie man ihnen von üblichen Digitalkameras kennt! Die Brennweite verändert den Bildwinkel des Objektivs wodurch sich die gesamte Aufnahme in ihrer Art und Weise ändert. Es wird also nicht einfach das was man sieht digital vergrößert. So oder so, sollte man näher heran gehen oder weiter weg gehen, wenn es notwendig ist bzw. die Situation zulässt.

Die Objektivarten

Alle hier genannten Brennweiten beziehen sich auf ein Kameraformat mit einem „Kleinbild“-Sensor, auch „Vollformat“ genannt. Bei Kameras die einen Cropfaktor haben, da sie einen kleineren Sensor besitzen, muss entsprechend die Brennweite umgerechnet werden.

Wenn ich mal einen separaten Beitrag zur Brennweite schreiben soll, vielleicht auch in Verbindung mit dem Bildwinkel, dann teile das doch mal in den Kommentaren mit! 🙂 Ansonsten habe ich auch noch mal ein paar Amazon-Links eingestellt, womit ihr direkt zu den entsprechenden Objektiven kommt. Damit könnt ihr mich unterstützen, müsst ihr aber nicht 😉

Fisheyeobjektiv

Dieses Objektiv, auch einfach nur „Fisheye“ genannt, ist eine besondere Art der Weitwinkelobjektive. Denn mit 15mm und weniger bietet sich ein Bildwinkel von bis zu 180 Grad. Damit geht also richtig viel auf´s Bild. Hat allerdings auch zur Folge, dass das Bild fast schon kugelförmig wirkt, da bei so einer Perspektive starke Verzerrungen auftreten.

Einsatzbereich: Für die meisten Fotografen gibt eigentlich keinen besonderen Zweck wofür das Objektiv oftmals verwendet wird. Da es doch sehr speziell ist. Aber üblicherweise kommt es dort zum Einsatz, wo so viel wie möglich aufs Bild soll, ohne dass es perfekt aussehen muss. Das kann bei Veranstaltungen, im Sport oder auch im Urlaub etc. sein. Natürlich hat aber auch das Fisheye seine Daseinsberechtigung, denn gerade in der Astrofotografie sind unglaubliche Aufnahmen möglich. Und auch Kugelpanoramen sind bei sehr geringen Brennweiten schon mit wenigen Aufnahmen möglich.

Hier findest du eine Auswahl von: Fisheyeobjektiven *

Weitwinkelobjektiv

Ähnlich wie bereits das „Fisheye“ hat ein Weitwinkelobjektiv einen recht großen Bildwinkel und liegt bei etwa 15-35mm Brennweite, wodurch sehr viel von der Umgebung mit aufs Bild kommt. Allerdings hat es nicht ganz so große Verzerrungen, so dass mit ein paar Korrekturen in der Nachbearbeitung ein fast schon normal aussehendes Bild entstehen kann, ohne dass man bei der Korrektur große Verluste am Bild hätte (beispielsweise Beschnitt durch Entzerrung).

Einsatzbereich: Einer der Hauptbereiche ist wohl ganz klassisch die Landschaftsfotografie oder auch Architekturaufnahmen. Wer will nicht möglichst viel von einer schönen Umgebung aufnehmen? Ebenfalls könnte man damit gut Autos oder Ähnliches aufnehmen, gerade weil diese eben eher etwas größer sind und so auf einfache Art mehr aufs Bild passt. Aber selbst für Portraitaufnahmen kann das interessant sein, wobei man darauf achten muss, dass Gesichter nicht unnatürlich dargestellt werden.

Hier findest du eine Auswahl von: Weitwinkelobjektiven *

Standardobjektiv

Hier bewegen wir uns bei grob um die 50mm Brennweite, was dem typischen Sichtfeld eines Menschen entspricht. Wer also sehr natürliche Aufnahmen machen möchte, ist mit so einem Objektiv gut bedient. Wobei es natürlich auch „langweilig“ sein kann, immer nur „Standard“ zu haben 😉

Ein „Vollformat“-Sensor hat eine Größe von 43mm und somit ist ein Objektiv mit 50mm sehr nah dran. Das erlaubt eine sehr gute und recht verlustfreie Aufnahme. Zudem sind solche Objektive durch eine meist sehr einfache Bauweise auch teils sehr lichtstark. Und Licht kann man theoretisch in der Fotografie immer gebrauchen. Gerade als Festbrennweite mit 50mm gibt es echte Preis/Leistungs-Knüller für verschiedene Kamerahersteller!

Einsatzbereich: Wie bereits erwähnt, wird mit so einem Objektiv eine sehr natürliche Abbildung der Geschehnisse möglich. Von daher ist so ein Objektiv theoretisch für alle gängigen Bereiche der Fotografie Interessant in denen man nicht besonders nah oder sehr weit weg vom Motiv sein muss. Eine Safari würde ich wohl damit wohl genau so wenig machen, wie den Versuch zu unternehmen kleine Käfer auf der Wiese  zu fotografieren. Aber sonst ist der Einsatzbereich eigentlich sehr weit gefächert. Und gerade aufgrund seines bereits günstigen Einstiegspreises sollte man wohl immer mal eins für den Fall der Fälle dabei haben.

Hier findest du eine Auswahl von: Standardobjektiven *

Teleobjektiv

Du bist auf besagter Safari oder möchtest irgendwo im Wald Vögel oder Rehe aufnehmen? Für diese und andere ähnliche Zwecke ist ein Teleobjektiv genau das richtige. Mit einer Brennweite von 80mm und darüber hinaus können weiter entfernte Objekte gut fotografiert werden.

Durch eine geringere Tiefenschärfe können Motive mit Hilfe der langen Brennweite gut freigestellt werden. Das kann bei Tieren wie bei Menschen oder anderen Dingen sehr gut aussehen und hat optisch einen ähnlichen Effekt wie eine sehr offene Blende.

Allerdings ist dies wohl auch die „dickste“ Kategorie von Objektiven. Die Bauweise ist komplex und das führt zu teils großen bis sehr großen und entsprechend schweren Objektiven. Das spiegelt sich besonders dann im Preis wieder, wenn man eine sehr hohe Brennweite plus eine sehr große durchgängige Blendenöffnung haben will. Da sind dann 1.000€ Kindergeburtstag! Gerade bei solchen Objektiven hilft übrigens die Verwendung eines Stativs, da sonst sehr schnell Verwacklungsgefahr besteht.

Einsatzbereich: Anfangs bin ich schon darauf eingegangen. Es ist besonders für Situationen geeignet in denen etwas weit weg ist und man es nah abbilden möchte. Das gilt natürlich nicht nur für eine Safari oder Tierfotografie, sonder ist zum Beispiel auch nützlicher Begleiter im Sport wie Motorsport oder Fußball.

Hier findest du eine Auswahl von: Teleobjektiven *

Makroobjektiv

Es ist eigentlich schon fast wie das „Fisheye“ ein eher spezielles Objektiv, aber dennoch bei vielen ein regelmäßiger Begleiter. Denn mit diesem Objektiv hat man die Möglichkeit Objekte sehr nah heran zu holen. Und je nach dem sogar in einem Maßstab 1:1 abzubilden. Gerade für kleine Dinge ist das eine echt spannende Sache. Auch hier empfiehlt sich das Arbeiten mit einem Stativ, da es ja auf Details darauf ankommt. Wer will schon ein unscharfes Bild, weil man aus der Hand fotografiert hat.

Einsatzbereich: Die sind ja eigentlich bereits vorher schon erwähnt 😉 Allerdings wird so ein Objektiv gerade im Brennweitenbereich von etwa 100mm auch gern in der Portraitfotografie genutzt. Ich selbst habe das noch nicht probiert, aber habe jedoch bei anderen schon gute Ergebnisse damit gesehen.

Hier findest du eine Auswahl von: Makroobjektiven *

Abschließend

Der Artikel soll einen ersten Einblick in die Welt der Objektive bieten. Aber es ist natürlich wie mit vielem, dass Ausnahmen die Regel bestätigen. Selbstverständlich kann man die Objektive auch für ganz andere Zwecke nutzen, als wie die hier beschriebenen.

Ein Auto kann ja z.B. auch zum herkömmlichen von A nach B fahren genutzt werden und genau so werden damit auch Rennen veranstaltet, es wird gedriftet oder oder. Zudem gibt es auch noch weitere Objektive die hier nicht genannt sind. Die sind aber so besonders und werden eher als besonderes Stilmittel von nur wenigen verwendet, weswegen ich darauf verzichtet habe sie hier zu erwähnen.

* Vielen Dank! Denn wenn du über die markierten Amazon-Links kaufst, zahlst du keinen Cent mehr und unterstütz zudem mich und meine Arbeit, da ich einen kleinen Teil vom Kaufpreis abbekomme. So ermöglichst du weitere Beiträge dieser und anderer Art! 🙂

Nun hoffe ich dass ich dir weiterhelfen konnte und wie gesagt, wenn du Interesse zum Thema Brennweite oder auch etwas anderes hast, schreib es einfach mal in die Kommentare 🙂

Also dann, macht´s gut!
Mathias

Teile den Beitrag auch gern mit anderen!

Schreibe einen Kommentar

    • Ben
    • 25. April 2018
    Antworten

    Für Fisheye Objektive gibt es keinen besonderen Zweck?
    Und ob!
    Fisheye Objektive sind ursprünglich für Astrofotografie entwickelt worden und sind äusserst praktisch wenn man 360 Grad Kugelpanoramen stacken möchte.
    Für ein 360 Grad Kugelpano benötigt man mit einem 8mm Fisheye an Vollformat nur 3-6 Fotos.
    Ich nutze selber ein 8mm Fisheye für beide Bereiche.

      • Mathias Beckmann
      • 25. April 2018
      Antworten

      Hallo Ben,
      vielen Dank für deine Nachricht! Ich habe die Anwendungsbereiche im Beitrag dazu ergänzt 🙂
      Beste Grüße,
      Mathias

    • Mizimann
    • 9. April 2018
    Antworten

    Danke für den ausführlichen Kommentar. Mich würde mal eine Info über die vielen verschiedenen Filter u d deren Anwendung interessieren.

      • Mathias Beckmann
      • 10. April 2018
      Antworten

      Hallo Mizimann,
      erstmal vielen Dank für dein Feedback! 🙂 Zum Thema Filter würde ich dir gerne weiterhelfen. Da ich sie aber, zumindest zur Zeit, so gut wie nie nutze, habe ich wohl leider zu wenig Erfahrungswerte die ich teilen könnte.
      Aber ich hätte hier ein Video in dem die zwei das gut erklären: https://www.youtube.com/watch?v=2KlgpeT2_Ug
      Beste Grüße
      Mathias

Das könnte dich auch interessieren